Alpsteingebiet entdecken, 26.06. - 28.06.2026

von Wolfgang Reinhart

Alpsteingebiet. Dreitägige Wanderung in der grandiosen Schweizer Bergwelt

Freitag, 26.06.2026
Unsere Wanderung startete in Brülisau (Schweiz) im Appenzellerland auf dem Parkplatz der Seilbahn zum Hohen Kasten. Bei sehr heißen Temperaturen und Sonnenschein stiegen wir auf in Richtung Sämtisersee. Der steile Anstieg befand sich zum Glück im Schatten. Der See - ehemals türkis schimmernd und groß - präsentierte sich eher als Teich und wies sehr wenig Wasser auf. Nach einer kurzen Rast im Schatten ging es, wegen der großen Hitze, direkt weiter zum Fählensee auf 1.471 Metern. Dort befand sich das Berggasthaus Bollenwees unser Standortquartier für die nächsten zwei Tage. Nach einem erfrischenden Bad im kühlen Fählensee mit traumhaftem Ausblick auf die steil abfallenden Felsflanken vom Hundstein und Saxerfirst, gab es ein leckeres Abendessen. Ein Teil der Gruppe machte sich danach auf den Weg zur Fählenalp, die auf der anderen Seite vom See liegt. Abends saßen wir gemeinsam mit kühlen Getränken auf der Terrasse und genossen die tolle Aussicht.

Samstag, 27.06.2026
Am nächsten Morgen ging es, nach einem luxuriösen Frühstück, über die Saxerlücke mit Blick auf die Kreuzberge zum Mutschensattel. Unterwegs bewunderten wir die bunt blühenden Wiesen, die an einem sehr steilen Hang weidenden Schafe und kühlten uns auf einem Schneefeld ab. Auf dem Mutschengipfel (2.121 m) machten wir eine kurze Rast und hatten einen fantastischen 360-Grad-Blick auf die markante Kette der Churfirsten, die mächtigen Gipfel von Säntis und Altmann, über das Rheintal bis zum Bodensee. Das nächste Ziel war die Zwinglipass-Hütte, dort durften wir den Hötteträgete miterleben. Es war der Trägertag, an dem jedes Jahr bis zu neun Tonnen Material von ca. 160 Trägern für die Sommersaison von der Chreialp auf 1.999 m gebracht werden. Von dort folgte der Abstieg. Auf dem Weg beobachteten wir zwei Murmeltiere und ein Schneehuhn. An der Fählenalp machten wir noch eine Übung mit dem Biwaksack und lernten, wie man bei Unwohlsein wegen Hitze oder bei einem Hitzeschlag reagiert. Wir hatten viel Spaß dabei, denn zum Glück war es ja nur eine Übung. Zurück am Berggasthof ließen wir den schönen Tag mit einem kühlenden Bad im See und einem Abendessen mit erfrischendem Eis als Dessert auf der Terrasse ausklingen.

Sonntag, 28.06.2026
Die Rucksäcke werden wieder vollständig gepackt und wir stärken uns am fantastischen Frühstücksbuffet samt Marschtee. Es sind Wolken am Himmel, es sieht nach Regen aus … Aufstieg zur Saxer Lücke und die ersten Tropfen fallen. Oben angekommen, nutzen wir die Gelegenheit, die Rucksäcke wasserdicht zu machen und Regenjacken anzuziehen.
Und dann geht es weiter mit dem erfrischenden Nass von oben … Den Staubergrat entlang Richtung Hohen Kasten. Der Regen hört auf und wir merken wieder die Kraft der Sonne. Nun sind wir dankbar, dass wir den Aufstieg sonnengeschützt vornehmen konnten. Atemberaubende Aussichten, tolle Wege. Und überall Blumen, Schmetterlinge, Vogelgezwitscher, ein Paradies der Natur. Es geht hoch und runter, das Ziel vor Augen.
Nach einigen Windungen ein letzter anstrengender Aufstieg und dann sind wir da, verschwitzt, glücklich und auch ein bisschen stolz. Von der Aussichtsplattform Hoher Kasten (1.794 m) genießen wir den Blick in das Tal, rekonstruieren noch mal unsere Strecke, wo wir waren, was wir alles gesehen haben. Ein Gruppenfoto für das Erinnerungskästchen und dann geht es wieder ins Tal. Zwei Teilnehmer mit der Gondel, alle anderen zu Fuß. Schöne Waldpfade durch den Schatten von Bäumen. Auf dem letzten Drittel über Wiesen zur Einkehr: Affogato, ein kühles Getränk, Brülisau und Talstation schon im Blick.
Als wir gegen 15 Uhr an der Talstation ankommen, sind wir alle sehr glücklich, dankbar, dass alle heil geblieben sind. Nach drei Tagen mit in einer neuen Verbundenheit zu den Teilnehmern. Beim Wandern hält die Seele Schritt.

Vielen lieben Dank für die sensationelle Organisation von Moni, begleitet von Corinna und Andrea. Hat großen Spaß gemacht und macht Lust auf eine Wiederholung.  ❤️
 
Text: Bille Zighmi, Nadine Yesil, Ceyhan Yesil
Bilder: Teilnehmende