Berliner Höhenweg, 25.07. - 01.08.2026
von Wolfgang Reinhart
Hochalpin, steil und ausgesetzt: Der Berliner Höhenweg, mitunter auch Zillertaler Höhenweg genannt führt in acht anspruchsvollen Etappen durch die hochalpine Landschaft der Zillertaler Alpen und überwindet dabei stolze 7.644 Höhenmeter.
Tag 1: Vom Remstal ins Zillertal
Frühmorgens machen sich zwei Autos mit insgesamt neun Teilnehmern und den zwei Tourenleitern Info Pfäffle und Elke Partsch auf den Weg vom Remstal ins Zillertal. Ziel ist es auf acht Etappen den Berliner Höhenweg zu meistern. Der Startschuss für die Begehung des Berliner Höhenwegs erfolgt in Finkenberg im Zillertal. Der rund 1.200 Höhenmeter umfassende Aufstieg durch den Bergwald zur Gamshütte (1.921 m) verläuft auf vielen Kehren im Schatten, schnell findet die Gruppe zu einem guten Schritttempo. Immer wieder versüßen uns die Himbeeren und Heidelbeeren am Wegesrand den Aufstieg. Nach drei flotten Stunden ist das Etappenziel erreicht. Mit größtem Vergnügen nutzen einige die dortige kalte Außendusche, bevor der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen in der Hütte endet. Am späten Abend gewittert und regnet es. Alle hoffen, dass sich das Wetter am nächsten Tag beruhigt.
Tag 2: Alpensalamander und Blockfelskletterei
Beim Aufwachen ist klar, wir können die Tour gehen. Der Himmel ist wolkenverhangen, der Boden nass. Es ist Regen angesagt, aber wir marschieren im Trockenen los. Der zweite Tag führt uns auf der anspruchsvollen Königsetappe über hochalpine Steige zur Friesenberghütte (2.498 m). Laut Beschreibung sind es neun Stunden reine Gehzeit. Der Weg verläuft über weitläufiges Blockgelände, schmale Pfade und seilversicherte Passagen, was von allen Teilnehmenden hohe Konzentration und Trittsicherheit fordert. In den letzten Stunden setzt anhaltender Regen ein, wodurch die Felspassagen zunehmend rutschiger werden. Das feuchte Wetter hat auch sein Gutes: noch nie haben wir so viele schwarze Alpensalamander am Wegesrand gesehen, wie heute. Es ist ein herrlicher Anblick. Trotz der erschwerten Bedingungen sind wir schnell und hochkonzentriert unterwegs, an Pausen ist nicht zu Denken. Nach einer Gesamtdauer von siebeneinhalb Stunden erreichen wir – trotz Regenkleidung und imprägniertem Schuhwerk – patschnass aber wohlbehalten und sehr zufrieden die Friesenberghaus (2.498 m) über dem Schlegeisspeicher. Was für ein schönes Gefühl, die nassen Schuhe und Klamotten in den überfüllten Trockenraum zu hängen und danach die Wärme der Stube und ein Abendessen mit der Gruppe zu genießen. Was für ein schöner Tag!
Monika Artinger
Tag 3: Berliner Höhenweg 2026
Im nassen Gras starteten wir in teilweise noch von dem gestrigen Regen feuchten Stiefeln vom Friesenberghaus zum Furtschaglhaus auf 2295 m. Mit toller Sicht auf den türkisgrünen Schlegeisspeicher wanderten wir zunächst in felsigem Gelände zur Olperer Hütte auf 2389 m. Natürlich durfte ein Foto mit oder auf der berühmten Hängebrücke mit Blick auf den Stausee nicht fehlen! Nach kurzer Rast arbeiteten wir uns die 600 Höhenmeter bei viel Gegenverkehr hinunter zum Stausee. An seinem Ufer entlang ging es zunächst bequem, bis der steile Anstieg zum Furtschaglhaus folgte. Manch einer kühlte sich in einer der Badegumpen neben der Hütte ab – bei ca. 14,5 km und 730 m Aufstieg sowie 915 m Abstieg durchaus willkommen. Die Küchenmannschaft verwöhnte uns dann am Abend mit Gulasch und Knödel bzw. Nudeln mit Tomatensoße, ehe wir uns in das große Lager zurückzogen.
Christa Kühner
Tag 4: Vom Furtschaglhaus zur Berliner Hütte
Über Grashänge gingen wir Richtung Schönbichler Horn aufwärts. Einige Bachläufe mussten über Steine überquert werden. Weiter oben wurde es steiler und es ging über Schuttflanken bis zum Gipfelaufbau. Von hier in einer drahtseilversicherten Rinne auf den Südgrat. Nun sind es noch wenige Höhenmeter bis zum Gipfel des Schönbichler Horns auf 3134 m. Von hier hatten wir eine prächtige Rundumsicht auf die Gletscherwelt der Zillertaler. Wieder zurück zur Scharte kletterten wir durch die seilversicherte Ostflanke und über den Nordostgrat mit Steinplatten übersät hinab zur Seitenmoräne des Waxeggkees. Über diese hinab und über einen Gletscherbach hoch zur Berliner Hütte 2044 m. Die Hütte ist riesig mit ihren vielen Sälen und Treppenhäuser. Hier konnte man sich schon verirren.
Tag 5: Von der Berliner Hütte zur Greizer Hütte
Am nächsten Morgen gehen wir stetig bergauf bis zum Schwarzsee. Ab hier steiler in Serpentinen hinauf zur Mörchenscharte 2872 m. Von hier konnte man schon auf dem Gegenhang die Greizer Hütte sehen. Aber bis dort war noch ein weiter Weg. Von der Scharte hangelnden wir uns mit Hilfe der Drahtseilen und einer Leiter steil nach unten in den Floitengrund. Nun wanderten wir in Serpentinen 400 Höhenmeter hoch zur Greizer Hütte 2227 m. Das war nochmals, für uns alle, eine Herausforderung in der prallen Sonne.
Tag 6: Von der Greizer Hütte zur Kasseler Hütte
Wieder ging es bergauf bis zur Lapenscharte 2701 m. Hier gab es wieder tolle Ausblicke ins Stilluptal mit dem Stausee und auf der anderen Seite zur Kasseler Hütte. Oben auf der Scharte stand man direkt vor dem Gigalitz. Der sah aus wie das Matterhorn. Abwärts durch das Lapenkar und weiter über einen Höhenweg bis zur Elsenklamm. Hier war volle Konzentration gefordert. Drahtseilversicherungen leiten entlang eines schmalen Bandes über die tief eingeschnittene Schlucht. Danach wanderten wir in leichtem Auf und Ab entlang des Talkessels, immer wieder Bäche querend, zur Kasseler Hütte 2178 m.
Ingo Pfäffle
Tag 7:
Am vorletzten Tag starten wir frühzeitig, werden für die heutige Etappe doch bis zu 10 Stunden veranschlagt und für den Nachmittag ist Gewitter angesagt. Die Länge von 14 km, das ständige Auf und Ab über sieben Schneiden bzw. Schartl, die nicht enden wollende Kraxelei über Blockgelände sowie die steilen seilversicherten Auf- und Abstiege sind herausfordernd. Wir gönnen uns nur eine kurze Mittagsrast und sind froh, als wir nach knapp 7 Stunden noch vor dem Regen die Karl-von-Edel-Hütte erreichen. Das leckere Abendessen - Tiroler Gröstl bzw. Gulasch mit Knödel - lässt uns die Anstrengungen schnell vergessen.
Irene Baum
Tag 8: Von der Karl-von-Edel-Hütte nach Mayrhofen
Am Morgen sah es nach Regen aus, aber es sollte sich bessern. Deshalb fuhren wir nicht mit der Bahn bergab sondern wanderten zu Fuß über Wiesen und durch den Wald die ca. 1600 Höhenmeter hinab nach Mayrhofen. Die Zivilisation hatte uns wieder. Viele Urlauber strömten durch den Ort, das war man nicht mehr nach 1 Woche wandern gewöhnt.
Die 2 Fahrer fuhren mit dem Bus nach Finkenberg und holten die Autos ab. Die anderen suchten eine Bäckerei aus und stärkten sich für die Heimfahrt.
Fazit:
Es war eine schöne, doch sehr anstrengende Woche für uns alle. Zum Glück hatten wir bis auf einen Tag sehr gutes und zum Teil heißes Wetter.
Insgesamt haben wir ca. 80 km Wegstrecke zurückgelegt.
Ingo Pfäffle
Text: Monika Artinger, Christa Kühner, Ingo Pfäffle, Irene Baum
Bilder: Teilnehmende



