Georg-Fahrbach-Weg in 4 Etappen, 23.03.2025 - 19.04.2026

von Wolfgang Reinhart

1977 wurde der 120km lange Weitwanderweg Georg Fahrbach gewidmet. Georg Fahrbach gründete die Europäische Wandervereinigung und war Mitbegründer verschiedener Vereine. Der Weg folgt symbolisch seinem Lebensweg von Criesbach nach Stuttgart-Uhlbach.

Im Sommer 2024 kam die Idee diesem Weg zu folgen, allerdings in umgekehrter Richtung. Die Etappen wurden so eingeteilt, dass sie für gute Wanderer zu bewältigen sind. Am Sonntag, 23.03.2025 fand die erste Etappe von Stuttgart-Uhlbach bis nach Buoch statt. 22 Wanderer nahmen daran teil. Der Weg führt durch die Weinberge hinauf vorbei an der Grabkappelle in die Ortschaft Stuttgart-Rotenberg, dann durch den Wald zum Kernen. Weiter im Wald hinab nach Stetten, dann durch die Orte Endersbach und Kleinheppach hindurch und hinauf zum Kleinheppacher Kopf. Die Landschaft wechselte immer zwischen Weinbergen, Streuobstwiesen und Waldgebiete ab. Nach 22km, im auf 610m und ab 410m erreichten wir bei gutem, etwas kühlem Wanderwetter, die Ortschaft Buoch.

Der zweite Teil unserer Wanderung fand am 13. April 2025 statt. Wir wanderten über die Felder, dann durch den Wald nach Birkmannsweiler hinab, wieder durch den Wald und hinauf nach Bürg mit seiner tollen Aussicht. Durch viel Wald und vielen Ortschaften wie Stöckenhof, Königsbronnhof, Kallenberg vorbei an Mannenberg zum Aussichtsbergle Haube, 536m hoch gelegen. Dann wieder durch den Wald nach Althütte. Ein kleiner Einkehrschwung im Ortskaffee, hatten wir – die insgesamt 19 Personen - nach 21km, 480m bergauf und 490m bergab wohl verdient. Die Rückfahrt von Althütte mit dem ÖPNV klappte hervorragend.

Da die Hin und Rückfahrt nun etwas länger dauern werden, hatte ich mich entschieden, die nächsten Etappen auf ein Wochenende mit Zwischenübernachtung anzubieten.

Am 28. März 2026 starteten 18 Wanderer in Althütte zu unserem Wochenendtrip. Es ist wieder Frühling und in den Hausgärten begannen die ersten Blumen an zu blühen. Sogar im Spalt zwischen Randstein und Straße wuchsen schon die Küchenschellen. Es ging wieder im stetigen auf und ab durch den Wald, über Wiesen und Felder. Zunächst hinunter nach Waldenweiler, dann weiter am Rande von Sechselberg hinauf zum Hörschhof, durch die Hörschbachschlucht hinunter vorbei am Eschelsee zum Eschelhof. Immer wieder gab es Wiesen mit unzählig vielen blühenden Schlüsselblumen und natürlich jede Menge Löwenzahn. Wir streiften Ittenberg und stiegen im Wald hinunter nach Sulzbach. Nun fing es ganz leicht an zu nieseln. Deshalb schauten wir uns den Osterbrunnen nur am Rande an und liefen die letzten Meter zum Sulzbacher Hof, wo wir übernachteten. Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn kurz nach dem einchecken begann der Regen. Bei einem super Abendessen, nach freier Auswahl, ließen wir den Abend in gemütlicher Runde ausklingen (18,5km auf 260m, ab 450m).

Um 8:00 Uhr gab es am Sonntag, nach der Zeitumstellung, das Frühstück. Eine Hiobsbotschaft der VVS ließ unseren Atem stocken. Der Bus 385, welcher uns von Wüstenrot aus zum Bahnhof in Sulzbach zurückbringen sollte – fährt nicht? D.h. unsere Rückfahrt war gefährdet. Wir wanderten trotzdem los und hofften, dass dies eine Fehlinformation war. Wiederum erwarteten uns sehr abwechslungsreiche Wege. Sie führten entlang von Flüsschen, vorbei an Wasserfällen, durch Streuobstwiesen und Schluchten, über Wiesen, Felder und durch Wälder. Durch ein großes Waldgebiet wanderten wir am Bernhaldenklingenbach entlang zum Wetzsteinstollen und über die Geisterklinge nach Jux. In Jux kam, es erschien uns wie eine Fata Morgane, der Bus 385 über den Berg gefahren. Der sehr nette Fahrer zeigte uns seinen Fahrplan und er wüsste nichts von einer Fahrplanänderung. Wir waren sehr erleichtert und trotzdem auf die Rückfahrt gespannt. Am Juxturm – leider noch geschlossen - machten wir Rast. Nun begann in der Hüttlenwaldschlucht der etwas schwierige Abschnitt. Auf rutschige Passagen, teilweise über und unter den Bäumen hindurch wanderten wir abwärts nach Spiegelberg. Zum Abschluss gab es noch eine Schlucht. Die Bodenbachschlucht und ein letzter Anstieg zum Ziel. Bevor uns nach 20,5km im Aufstieg 715Hm und im Abstieg 490HM der Bus Nr. 385, mit dem netten Busfahrer, von Wüstenrot zum Bahnhof nach Sulzbach brachte, hatten wir noch genügend Zeit um in der Bäckerei Kern den leckeren Kuchen und Kaffee zu genießen.

Die letzten Etappen fanden am 18. / 19.04 2026 statt. Die Wettervorhersagen waren nicht ganz so prickelnd, aber als Wanderer gibt es ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Bekleidung. In Wüstenrot angekommen begaben wir uns auf die 21km weite Strecke (250m auf und 490m abwärts). Viele Asphaltstrecken erwarten uns an diesem Abschlusswochenende. Aber dafür gab es jede Menge Ortschaften (Neuhütten, Oberheimbach, Geddelsbach, Buchhorn, Pfeddelbach) und eine abwechslungsreiche Landschaft. Am Steinknickle 525m mit gleichnamigem Turm – leider auch noch geschlossen – machten wir eine kleine Rast. In voller Blüte standen die Obstbäume und zahlreiche Rapsfelder. Die letzten Meter nach Öhringen wanderten wir entlang dem Flüsschen Ohm, auch einem Teil der vor 10 Jahren gestalteten Gartenschaugelände. In Öhringen angekommen, ließen sich einige von uns gleich in der ersten Gartenwirtschaft nieder. Der anderen drehten zuvor noch eine kleine Runde zum Schloss und der Stiftskirche. Nun sind es noch 1,8 km zu unserem Quartier, im Industriegelände gelegen, Sporthotel Öhringen. Am Sonntag gab das das Frühstück bereits um 7:00 Uhr, eine lange Etappe stand vor uns. Kurz vor Weinsbach mussten wir – unter der A8 dem einzigen heftigen Regenschauer, eine kurze zusätzliche Pause einlegen. Wir streiften Kleinhirschbach, wanderten durch Wohlmuthausen, dann ins Kupfertal, - dies hätten wir gerne in das Bärlauchtal umbenannt - hinab, entlang der Kupfer und über die Kupfer hinauf zum Schloss Hermersberg, weiter durch Giebelheide. Im Wald ging es steil hinab nach Niedernhall, wo uns drei Mitwanderer verlassen haben. Sie treten früher die Heimfahrt an. Über den Kocher ging es nochmals hinauf, oberhalb den Weinbergen entlang zum Criesbacher Sattel. Hier treffen wir eine Gruppe. Einer davon heißt ebenfalls Fahrbach und ist mit Georg Fahrbach verwandt. Die letzten Meter stiegen wir, weiter durch die Weinberge hinab nach Criesbach, Nach 26km und einem Aufstieg von 500Hm und Abstieg 580 HM erreichen wir bei Sonnenschein unser Ziel. Mit zwei Buslinien fahren wir durch die schöne Hohenloher Ebene nach Schwäbisch Hall – Hessental und weiter mit der Bahn zurück ins Remstal.
 
Text: Elke Partsch
Bilder: Ingo Pfäffle