Hüttenwanderung in den Chiemgauer Alpen, 19.06. - 22.06.2026
von Wolfgang Reinhart
Chiemgau-Durchquerung von Ost nach West zur Sommersonnenwende
Im Juni 2026 stand unter der Leitung von Elke Partsch zusammen mit Ingo Pfäffle eine viertägige Hüttenwanderung durch die Chiemgauer Alpen auf dem Programm.
Tag 1: Anreise, Kennenlernen und Warmlaufen im Priental
Daten: ca. 16 km | +290 hm / -115 hm | Gehzeit: ca. 3,5 Std.
Die Tour begann am Stuttgarter Hauptbahnhof, wo die Gruppe am frühen Morgen zum ersten Mal zusammenkam. Die Anreise verlief perfekt - Alle Züge waren pünktlich und die Gruppe vollständig und fit erschienen.
Nach der Ankunft in Prien zur Mittagszeit startete die rund 12 Kilometer lange Wanderung flussaufwärts entlang der malerischen Prien. Während das kühle Wasser bei einer Pause eine fantastische Abkühlung bot, brannte die Sonne im offenen Tal spürbar auf uns herab. Vor dem Erreichen der Unterkunft stoppten wir im örtlichen Edeka in Aschau, um die Vorräte aufzustocken – die dortige Klimaanlage war in diesem Moment die Erlösung von der Hitze.
Nach dem restlichen Weg bezogen wir das wunderbare Burghotel Aschau im imposanten Schatten von Schloss Hohenaschau. Der Tag klang im Hotelgarten bei einem exzellenten Abendessen aus. Ob mit einem riesigen Eisbecher oder den zarten, herzhaften Ochsenbäckchen – das Essen sorgte dafür, dass alle Strapazen des Tages augenblicklich vergessen waren.
Tag 2: Über den Weitlahnerkopf und Geigelstein zur Priener Hütte
Daten: ca. 11,5 km | +821 hm / -900 hm | Gehzeit: ca. 5 Std.
Um den Aufstieg bei der anhaltenden Sommerhitze etwas abzukürzen, wurde die Kampenwandbahn genutzt um die ersten Höhenmeter des Tages zu bewältigen. Von der Bergstation aus wanderten wir weiter zum Weitlahnerkopf (1.615 m). Am Gipfelkreuz angekommen, wurden wir mit einer freien 360°-Aussicht belohnt.
Der Weiterweg führte uns zur Rossalm, die wir schon von weitem hören konnten – dort wurde fleißig live Akkordeon gespielt. Bei der Rast war der servierte selbstgemachte Käse genau die richtige Stärkung. Danach wartete die nächste Herausforderung des Tages auf uns: der steile Aufstieg zum Geigelstein (1.808 m). Beschwerlicher als der Aufstieg gestaltete sich danach der Abstieg zur Priener Hütte, da der Pfad extrem steil und steinig bergab führte. Auch lernten wir dabei, dass eine Abkürzung nicht unbedingt immer der schnellste Weg ist.
Auf der Hütte erwartete uns ein fantastisches dreigängiges Menü mit einem leckeren Kaiserschmarrn zum Abschluss. Da der Tag auf die Sommersonnenwende fiel, wurde vor der Hütte ein das traditionelle Sonnenwendfeuer entfacht. Alle Gäste halfen tatkräftig mit und staunten nicht schlecht, als überall am gegenüberliegenden Wilden Kaiser die Feuer antworteten.
Tag 3: Grenzenlos und österreichische Kulinarik
Daten: ca. 21 km | +1193 hm / -640 hm | Gehzeit: ca. 4,25 Std.
Nach dem ausgiebigen Frühstück auf der Priener Hütte startete der dritte Tag. Der Weg führte über eine Distanz von etwa 21 Kilometern Richtung Tirol. Zu Beginn stand erst einmal viel Bergablaufen auf dem Programm, bevor der eigentliche Gegenanstieg begann. Dieser lange Anstieg verlangte uns bei den sommerlichen Temperaturen noch einmal alles ab. Umso glücklicher waren wir, als sich das Gelände danach in eine wunderschöne Almlandschaft öffnete, geprägt von saftigen Bergwiesen und freilaufenden Pferden.
Kurz vor dem Ziel kehrten wir auf der gemütlichen Altkaseralm ein, wo es zum Abschluss und als wohlverdiente Belohnung leckeren Kuchen und Kaffee gab. Während sich der Großteil der Gruppe danach im nahegelegenen Spitzsteinhaus einrichtete und die gemütlichen Zimmer bezog, packte einige Mitstreiter noch einmal der Ehrgeiz: Sie erklommen zum Tagesabschluss erfolgreich den Gipfel des Spitzsteins.
Da das Spitzsteinhaus bereits auf österreichischem Boden lag, durften wir uns am Abend über österreichische Spezialitäten freuen. Der Ausblick von der Hütte war auf der Terrasse besonders schön und wir ließen diesen gelungenen Tag in bester Stimmung bei einer deftigen Kaspressknödelsuppe ausklingen.
Tag 4: Luftiges Gratfinale zurück nach Aschau
Daten: ca. 15,6 km | +488 hm / -1000 hm | Gehzeit: ca. 5,25 Std.
Der vierte Tag war dann noch einmal ein richtiges Highlight! Für den Rückweg nach Aschau wählte die Gruppe über eine Strecke von rund 15,6 Kilometern anstelle des einfachen Talabstiegs einen Gratwanderweg. Dieser war mit kleineren Klettersteigpassagen gespickt. Für die Gruppe, die über die letzten Tage bereits zu einem richtigen Team zusammengewachsen war, stellten diese Kraxeleien am Fels kaum eine Herausforderung dar. Vielmehr boten sie die perfekte Gelegenheit, um die eigene Bergfestigkeit unter Beweis zu stellen. Dank einer leichten Brise war die Hitze in der luftigen Höhe wunderbar zu ertragen. Die Tour endete anschließend wie sie begonnen hatte, mit einem erfrischenden Kneip-Fußbad in der Prien. Nach dem Abstieg traten wir glücklich die Heimreise im ÖPNV nach Stuttgart an. Eine großartige und erlebnisreiche Vereinstour ging erfolgreich zu Ende.
Text: Sarah Kern und Jessica Romeis
Bilder: Teilnehmende



