Lahnwanderweg von Limburg bis Niederlahnstein, 21.10. - 25.10.2026
von Wolfgang Reinhart
2025 erwanderten wir bereits die Etappen von Wetzlar bis Limburg und knüpften nun daran an und wanderten von Limburg bis zur Niederlahnstein, wo die Lahn in den Rhein mündet:
Der Lahnwanderweg überraschte uns! Weder hatten wir so viele Höhenmeter erwartet, noch so schweißtreibende und felsige Auf- und Abstiege. Wir waren beeindruckt von den hübschen kleinen Fachwerkstädtchen, den schönen Aussichtspunkten und interessanten Schieferformationen. Mit Überresten alter Bergbautradition hatten wir, ehrlich gesagt, auch nicht gerechnet. Bleiben noch die Weinhänge zu erwähnen und der Weinort Obernhof mit kleiner gemütlicher Weinstube. Und dass das Wetter besser war als erwartet, kam als Sahnehäubchen hinzu! Nur das ein oder andere Café am Wegesrand fehlte uns, wenn am frühen Nachmittag ein Durchhänger kam und der Koffeinspiegel den Nullpunkt erreichte. Aber leider war es im Lahntal nicht anders als in vielen anderen Regionen Deutschlands, dass kleine Läden, Bäckereien, Cafés und Restaurants geschlossen sind. Aber mit guter Recherche war dann doch auch die ein oder andere Einkehr zu finden und so mancher Geheimtipp war dabei :). Doch nun ein kleiner Streifzug durch die einzelnen Etappen:
1. Etappe, Limburg bis Balduinstein, 14,8 km, 300 hm, 4:00 h
Auf dieser Etappe begeisterten Limburg mit Dom und alten Fachwerkgassen und der Ort Diez mit Grafenschloss. Dazu wandern auf schönen Waldpfaden und herrliche Aussichtspunkte. Die Einkehr beim „Batzewert“ in Limburg, mit den typisch hessischen Speisen und der urtümlichen und originellen Einrichtung war ein besonderes Erlebnis.
2.Etappe, Balduinstein bis Obernhof, 19,6 km, 860 hm, 6:00 h
Im ersten Teil der Wanderung ergab sich immer wieder ein schöner Blick auf die Schaumburg und später auf die Laurenburg. Highlight des Tages waren der Goethepunkt (Aussichtsplattform) und ein Kammweg mit Seilversicherungen und Leitern, der mit Blick auf die Obernhofer Weinhänge nach Obernhof führte, dem Etappenziel.
3. Etappe, Obernhof bis Dausenau, 20 km, 750 hm, 6:15 h
Diese Etappe führte in stetem Auf und Ab über Nassau nach Dausenau. Hier begeisterten uns die alte Stadtmauer, die 1000 jährige Eiche, das zweitälteste Fachwerkrathaus Deutschlands und die St.Kastorkirche, mit Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert und einer Ausstellung.
4. Etappe, Dausenau bis Niederlahnstein über Bad Ems, 22 km, 670 hm, 6:00 h
Der Wandertag startete mit starkem Regen, der aber bald nachließ und es zeigte sich die Sonne. Über den Concordiaturm und weitere schöne Aussichtplattformen ging es durch ein Parkhaus (das hatte ich auch noch nicht erlebt) zum Kurort Bad Ems mit seiner schönen Uferpromenade, samt herrschaftlichen Gebäuden und bunt belaubter Baumallee. Bevor die Rheinmündung in Niederlahnstein erreicht wurde, ging es wieder durch schönen Mischwald und sehr urig durch die Ruppertsklamm.
Am 5. Tag unserer Tour standen „Der Kipp“ und ein Stadtspaziergang in Koblenz auf
dem Programm. „Der Kipp“ war eine Rundwanderung von Laurenburg aus (dort war unser Standquartier), die zur ehemaligen Zeche „Schöne Aussicht“ in Gutenacker führte und einer Basalthalde mit dem Felsen „Der Kipp“. Die dortige Aussichtsplattform ermöglichte ein herrliches Rundumpanorama. (11,2 km, 320 hm, 2:30 h)
Den Stadtspaziergang in Koblenz mussten wir dann leider streichen, denn unser gebuchter ICE fiel aus und die Heimfahrt gestaltete sich dadurch etwas zeitaufwendiger. Aber wir erreichen dann alle Anschlusszüge und kamen gut in Stuttgart an. „Schön war‘s“ … Lahntal, wir kommen wieder!
Text: Bianca Maria Uhl
Bilder: Bianca Maria Uhl



