5-Seen-Wanderung und Pizol, 06.08. - 09.08.2020

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Mit großer Freude, auch unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Zeit auf Tour gehen zu können, sind wir 11 Teilnehmer und unsere beiden Tourenleiter Elke und Ingo von Stuttgart nach Bad Ragaz in der Schweiz aufgebrochen. Startpunkt der ersten Etappe unserer Tour war der Parkplatz an der Talstation der Pizolbahn. Von dort aus ging es zunächst im Tal entlang des Saschilbaches nach Vilters, bevor der Aufstieg über Garschlu und entlang des Grossbachs nach Furt begann. Das Wetter meinte es sehr gut mit uns und so machten sich bei strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen schnell die ersten Schweißtropfen bemerkbar. Welch Wohltat waren da die schattigen, kühlen Abschnitte entlang der Bäche. Nach 1110 Höhenmetern im Anstieg erreichten wir unsere Unterkunft für die ersten beiden Nächte, das Hotel Furt. Hier hatten wir tolle komfortable Vierer- und Fünfer-Zimmerlager unterm Dach.
Nach einem leckeren großen Frühstück ging es am nächsten Tag mit leichtem Tagesgepäck die ersten Höhenmeter mit dem Lift zur Pizolhütte auf rund 2200 m ü. M. Dort starteten wir zur 5-Seen-Wanderung, einer der Wanderklassiker der Schweiz. Der erste See, der Wangsersee, liegt in unmittelbarer Nähe der Liftstation. Zunächst stand uns der Aufstieg nach Wildseeluggen (Wildseelücke) auf 2492 m ü. M. bevor. Entlang vereinzelter kleiner Schneereste ging es bei bestem Wetter bergan. Oben angekommen bot sich ein traumhafter Blick auf den zweiten der fünf Seen, den Wildsee mit seiner unglaublichen, milchig türkisenen Farbe. Auch unser Gipfel-Ziel für den nächsten Tag, der Pizol, thronte im strahlenden Sonnenschein oberhalb des Sees und wir konnten die geplante Route schon mal in Augenschein nehmen. Nach einem kurzen Abstieg erreichten wir den Schottensee auf 2335 m. Hier verleiteten die hohen Temperaturen zu einem kurzen Sprung ins kühle Naß. Im weiten Bogen ging es weiter über den höchsten Punkt der Wanderung, die Schwarzplangg auf 2551 m mit tollem Panoramablick bis hin zum Bodensee, zum Schwarzsee mit seinem klaren Wasser auf 2368 m ü. M. Hier gab es dann Zeit die Energiespeicher wieder aufzufüllen und die dampfenden Schuhe zu lüften. Im Anschluss, nach einem kurzen Anstieg, passierten wir zahlreiche kunstvoll aufgeschichtete Steinmännchen, bevor sich tief unter uns der fünfte See, der Baschalvasee auf 2174 m zeigte. Nach dem wir den letzten See passiert hatten, ging es über das zur Zeit nicht bewirtschaftete Berghotel Gaffia zurück zum Hotel Furt.
Der nächste Tag begrüßte uns wieder mit blauem Himmel und die Wettervorhersage versprach erneut hohe Temperaturen. Wie am Vortag erreichten wir mit Lift und nach dem ersten Aufstieg die Wildseelücke oberhalb des Wildsees. Nun führte uns die Route links am See entlang Richtung Pizol. Für den Aufstieg wählten wir die relativ neu angelegte und teilweise mit Drahtseilen versicherte Route über den Grat und den Pizolsattel oberhalb der letzten Gletscherreste. Auf dem Gipfel des Pizol (2844 m ü. M) erwartete uns bei bestem Wetter ein traumhafter Rundumblick in die umgebende Bergwelt. Zurück am Pizolsattel ging es für uns auf der Westseite bergab und nach einer wohlverdienten Rast weiter Richtung Alp Tersol. Hier forderte gleich ein steiler Abstieg über eine Geröllhalde hinunter ins Tal des Tersolbachs nochmals volle Konzentration. Anschließend ging es zunächst über blühende Wiesen, später weit oberhalb des tief eingeschnittenen Bachlaufs entlang der Felsflanken steil bergab. Nach gut 1600 m Abstieg erreichten wir unser Etappenziel, das Berggasthaus Gigerwald.
Mit dem Postbus ging es am nächsten Morgen talauswärts bis nach Valens. Dort stiegen wir hinunter zur Naturbrücke in der Taminaschlucht. Über das alte Bad Pfäfers (das älteste barocke Badehaus der Schweiz, heute ein Museum) wanderten wir entlang der Schlucht zurück nach Bad Ragaz.
Es waren sehr beeindruckende, abwechslungsreiche Tage mit einer tollen Gruppe rund um und auf dem Pizol. Wir bedanken uns bei Elke und Ingo für diese sehr gelungene und perfekt geplante unvergessliche Tour.
 
Text: Florian Bengs
Bilder: Teilnehmer

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